Mitten in Altendorf – der Bahnhof Buttenheim
Der Fahrgast steigt am „Bahnhof Buttenheim“ aus, befindet sich aber in der Gemeinde Altendorf. Dies führt regelmäßig zu Irritationen, ist aber in der Historie dieses Bahnhofes begründet.
Nachdem zwischen Bamberg und Nürnberg 1844 die Ludwig-Süd-Nord-Bahn in Betrieb genommen wurde, wurde sehr schnell klar, dass auf Höhe der Gemeinde Altendorf und des Marktes Buttenheim eine weitere Haltestelle erforderlich ist. Ein entsprechender Antrag wurde von den Bürgermeistern des Marktes Buttenheim und der Gemeinden Altendorf und Seußling gestellt und von zahlreichen weiteren Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden unterstützt.
Während das zuständige Bezirksamt Bamberg diesen Antrag unterstützte, lehnte das Oberbahnamt Bamberg diesen aus Kostengründen ab. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass die Reisezeit zwischen den bereits bestehenden Haltestellen Eggolsheim und Hirschaid sich hierdurch unnötig verlängern würde. Schon damals war ein schnelles Reisen für die Bahn sehr wichtig.
Hiervon ließen sich die Vertreter der Gemeinden jedoch nicht abschrecken und stellten in den Folgejahren beharrlich entsprechende Anträge. Die Zahl der Unterstützergemeinden stieg kontinuierlich, sah man doch zu Recht eine Chance für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region durch die Bahn.
1893 kam dann Bewegung in die Sache. Mit Unterstützung von Pfarrer Agatz aus Buttenheim, dem Bürgermeister des Marktes Buttenheim Johann Modschiedler, der damals auch gleichzeitig Landtagsabgeordneter war, vieler weiterer Bürgermeister und zahlreicher Bürger wurde abermals ein Antrag gestellt. Prompt folgte zunächst dessen Ablehnung. Der Landtagsabgeordnete Johann Modschiedler konnte aber die „Petition der Gemeindeverwaltungen Buttenheim, Altendorf, Dreuschendorf, Gunzendorf, Stackendorf und Genossen um die Errichtung einer Eisenbahnhaltestelle zwischen Hirschaid und Eggolsheim bei der Eisenbahnüberfahrt an der Buttenheim-Altendorferstraße“ am 18.11.1893 zur Beratung in die Abgeordnetenkammer einbringen. Am Ende der Aussprache appellierte der Landtagsabgeordnete Johann Modschiedler an die Unterstützung der Abgeordneten zur Errichtung der Haltestelle mit der Bitte, dass diese den Namen Buttenheim tragen solle.
Am 01.10.1894 wurde schließlich der „Bahnhof Buttenheim“ eröffnet.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Ort Altendorf stetig, so dass der „Bahnhof Buttenheim“ zusehends in die Ortsstruktur der Gemeinde Altendorf „wuchs“ und sich somit nunmehr nahezu mittig im Ort Altendorf befindet.
Im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Schiene 8.1 mussten die Gebäude des „Bahnhof Buttenheim“ dem viergleisigen Ausbau dieser Strecke weichen und wurden 2022 abgerissen. Die „neue Haltstelle“, die vollständig in der Gemeinde Altendorf liegt, soll nach dem Wunsch der Gemeinde Altendorf den Namen „Haltestelle Altendorf-Buttenheim“ erhalten, um die örtlichen Gegebenheiten mit der historischen Entwicklung zu vereinen. Ein Antrag auf Zustimmung zur Namensänderung wurde beim Markt Buttenheim gestellt; eine Zustimmung steht noch aus.